Trainingstagebuch Der Nutzen eines Trainingsprotokolls, egal für welches (hundesportliche) Ziel, liegt klar auf der Hand: Trainingsdefizite sind durch das Festhalten der Trainingseinheiten einfacher zu erkennen und neue Trainingsziele lassen sich schneller ableiten. Zwei fortgeschrittene Teams meiner Trainingsgruppe nutzen jetzt das Agility-Trainingstagebuch vom Hundebuch-Verlag Easy-Dogs. Verfasst wurde es von der Schweizer Hundetrainerin Mirjam Dold. Ihr Anliegen ist es, den Sport so zu betreiben, dass der Hund dabei nicht überdreht. Die Tipps in der Einleitung und die Begriffserklärungen zielen in vielen Punkten darauf ab.

TrainingstagebuchDie beiden Test-Teams aus meiner Gruppe haben keine Probleme mit Übererregung im Parcours. Mischlingsrüde Gino ist eher der vorsichtige Typ. Ist ihm im Parcours nicht klar, wie es weitergeht, bleibt er lieber stehen. Frauchen anbellen? Das würde ihm nicht einfallen. Für schüchterne Hunde würde ich mir in diesem Trainingstagebuch auch ein paar Tipps wünschen. Zum Beispiel, wie man sie mit ihren Lieblingstricks in einem anstrengenden Umfeld auflockern kann.

Nun zum zweiten Test-Team mit Kleinpudel-Rüden Moritz, der mit seinem Frauchen neben Obedience (Klasse 2 Starter) zusätzlich Agility trainiert. Sein Frauchen findet das Dokumentieren des Trainings sehr motivierend. Beim Zurückblättern im Buch kann sie die Fortschritte sehen und das macht ein gutes Gefühl. So empfindet es auch Ginos Frauchen, die das Buch sogar auf ihrem ersten Turnierstart dabei hatte, um die Parcours festzuhalten.

Beide Test-Teams finden das zweiseitige Formular zur Trainingsdokumentation richtig gut. Mit dem Ankreuzen von Smileys kann unkompliziert festgehalten werden, wie die Tagesform an den einzelnen Geräten war. Ein Freifeld bietet Platz für eine Parcoursskizze. Es können viele Details, wie zum Beispiel Wetter, Bodenbeschaffenheit, Trainingshighlight, eingesetzte Targets, Belohnungen und noch viel mehr auf einfache Art festgehalten werden. Durch die vielen Ankreuzmöglichkeiten, kann man eigentlich keinen Aspekt des Trainings vergessen. Das ist gerade für Anfänger enorm hilfreich, denn es gibt so viel zu beachten, wenn man Agility gut trainieren will. Als Übungsleiterin gefällt mir besonders das Feld „Auf-/Abwärmen in Minuten“, denn es erinnert das Team jedes Mal daran, wie wichtig es ist, sich für beides Zeit zu nehmen. Die Notizseiten für Termine, Belohnungsmöglichkeiten und Gesundheitschecks runden dieses Trainingsbuch gelungen ab. Besonders die Seiten für „Meine Signale“ ist bei der Fülle an Wortsignalen und körpersprachlichen Hilfen, die sich ein Team im Laufe seiner Ausbildung aneignet, wirklich nützlich.

Die beiden Test-Teams vermissen eigentlich nichts außer etwas mehr Platz für freie Notizen. Moritz Frauchen tat sich schwer mit dem kleinen Format und der kleinen Schrift. Als Mensch mit verschiedenen körperlichen Einschränkungen würde sie sich ein größeres Format wünschen. Als Übungsleiterin könnte ich mir noch zusätzliche Seiten vorstellen, auf denen Anfänger die Trainingsschritte und den Trainingsverlauf an den Kontaktzonen und dem Slalom festlegen und dokumentieren können. Die Trainingsschritte könnten gemeinsam mit dem Übungsleiter ausgefüllt werden und so einem unerfahrenen Agility-Sportler eine Gedankenstütze bei seinen Hausaufgaben sein.

TrainingstagebuchMein Fazit: Das Agility-Trainingstagebuch ist sehr gut durchdacht, liebevoll gestaltet und wird von meinen beiden Test-Teams sehr gerne benutzt. Durch das Smiley-System ist das Erfassen des Trainingsstandes sehr einfach und liefert mit einem Blick ein Gefühl dafür, ob ein Training in der Summe gut oder weniger gut war. Neue Trainingsziele lassen sich daraus schnell und einfach ableiten.